17. März 2020

Von Dänemark nach Deutschland: ein Perspektivwechsel

Interreg-Nordsee

Carsten Westerholt übernimmt den Vorsitz im Deutschen Ausschuss Nordsee


Moin, Mojn!

Nach über 13 Jahren in Dänemark bin ich Anfang März wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Hier liegt viel Neues vor mir und besonders freue ich mich auf meine Arbeit mit dem Deutschen Ausschuss Nordsee! Durch meine Zeit im Nordseeprogramm-Sekretariat sind Interreg und das Nordseeprogramm kein Neuland für mich, aber meine neue Tätigkeit hier in Niedersachsen bedeutet auf alle Fälle einen Perspektivwechsel.

Während es im Sekretariat um die Vorbereitung und die Begleitung von Projekten auf Programmraumebene ging, geht es jetzt um die Aufgaben vor Ort hier in Deutschland. Die Fragen, die mich dabei umtreiben sind, wie wir noch mehr Interesse an Kooperationen im Nordseeraum wecken können, was wir aus den bestehenden Projekten lernen können und wie wir die Zukunft des Nordseeprogramms gestalten wollen.

Mit dem Blick auf Brexit stehen wir vor großen Veränderungen, gerade wenn wir in die Zukunft schauen. Darüber hinaus müssen wir uns aber auch die Frage stellen, was es an neuen Themen gibt und welche Fragen uns die nächsten 10 Jahre beschäftigen werden. Hierbei ist beispielsweise die Senkung des Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen sehr eng mit Fragen zu unserer Innovationsfähigkeit und zum Erhalt unserer Lebensqualität verbunden. Gleichzeitig müssen wir uns den Folgen des Klimawandels stellen und uns an sie anpassen. Aber auch unsere Arbeitswelt wird sich weiter drastisch durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz und Robotik verändern. Wie können wir diesen Wandel zum Nutzen aller und im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft im Nordseeraum gestalten? Wir müssen uns auch darüber Gedanken machen, welche Rolle der Themenbereich soziale Innovation in einem zukünftigen Nordseeprogramm spielen soll. Mit Blick auf die Veranstaltung zur Nordsee-Strategie am vergangenen Freitag in der Bremischen Bürgerschaft müssen wir uns auch mit Fragen zu Nordsee-Governance und der Bedeutung und Umsetzung von Strategien beschäftigen.

Im Rahmen der Ausgestaltung der zukünftigen Programme wird zurzeit viel über kleinere Projekte gesprochen und diskutiert. Wir sollten uns darüber Gedanken machen, ob und in welchem Rahmen gerade kleinere Projekte aus deutscher Nordseesicht Sinn machen würden. Auch steht die Frage, wie wir besser und enger mit unseren benachbarten Kooperationsräumen zusammenarbeiten können, im Raum, um thematische Überlappungen sinnvoller gestalten zu können und den Erfahrungsaustausch voranzubringen.

Für das bestehende Programm freue ich mich auf die kommenden Aktivitäten zu 30 Jahren Interreg und wir sollten uns um die Ausrichtung eines First Level Control Seminars bemühen. Am letzten habe ich noch als Vertreter des Programmsekretariats teilgenommen.

Damit wäre ich dann wieder beim Perspektivwechsel und ich hoffe sehr, dass die neue Perspektive auch mit neuen Herausforderungen und Chancen verbunden ist und wir sie gemeinsam nutzen können, um das Nordseeprogramm weiter voranzubringen.

Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit. Wir sehen uns – Ihr und Euer

Carsten Westerholt


Carsten Westerholt arbeitet im Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regional Entwicklung in Hannover. carsten.westerholt@mb.niedersachsen.de