Interview mit Andrea Kuhfuß, WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, Gesamtkoordinatorin des Projekts „CCCreloaded: CREALAB“:

Was hat das Projekt „Creative City Challenge“ und das Folgeprojekt „CCCreloaded: CREALAB“ aus Ihrer Sicht für die Region Bremen gebracht?

Für die Region und ihre Unternehmen hat das Projekt erst einmal dazu geführt, dass neue Netzwerke und Kontakte zwischen kreativen und traditionellen Branchen geschaffen wurden. Die unterschiedlichen Vernetzungsformate, wie z.B. die Innovationswerkstätten, haben hier eine ideale Plattform geschaffen. Denn oft fehlt es den Unternehmen gerade an solchen Gelegenheiten, sich mal über die üblichen Branchengrenzen hinweg auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Als konkretes Beispiel: Im Rahmen eines unserer Stipendien wurde z.B. das Thema Medienfassaden-Technologie kritisch untersucht. Als Resultat sind hier u.a. 15 Geschäftsmodelle entstanden und auch ein Leitfaden „Things to consider“, der als „Türöffner“ bei potenziellen Kunden verwendet werden kann. Solche Beispiele gibt es bestimmt noch mehrere - allerdings lag eine Schwierigkeit im Projekt darin, dass wir von den teilnehmenden Unternehmen oft wenig Feedback dazu bekommen, was konkret aus den verschiedenen Kontakten geworden ist. Deshalb können wir die entstandenen Kooperationen schlecht nachverfolgen.
Und für Sie selbst als Wirtschaftsförderung Bremen? Welchen Mehrwert gab es für Sie?

Aus unserer Sicht hat die Förderung durch das INTERREG IVB Nordsee Programm es uns als Wirtschaftsförderung erst einmal ermöglicht, Aktivitäten durchzuführen, die sonst so nicht möglich gewesen wären: Hier spielen natürlich zusätzliche finanzielle und personelle Ressourcen eine wichtige Rolle. Aber gerade durch die transnationale Zusammenarbeit konnten wir auch leichter internationale ReferentInnen gewinnen und regionale Medien haben die Veranstaltungen verstärkt begleitet. Gleichzeitig konnte man sich mit den Partnern ganz konkret austauschen zu Erfahrungen, Hindernissen, Problemen.

Was waren aus Ihrer Sicht die Erfolgsfaktoren für das Gelingen des Projekts?
Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation: Gerade für uns als Lead Partner war es wichtig, kontinuierlich am Ball zu bleiben, Missstände innerhalb des Projektkonsortiums anzusprechen, regelmäßige Telefonkonferenzen durchzuführen und – ganz wichtig – sich auch regelmäßig und oft persönlich zu treffen. Denn gerade in so einem relativ großen Verbund unterschiedlicher Partner darf man diesen persönlichen Austausch nicht unterschätzen.
Bitte ergänzen Sie: INTERREG B-Projekte erfordern großen Koordinationsaufwand und die administrative Abwicklung ist kompliziert, es lohnt sich aber dennoch mitzumachen, weil…
…man täglich daran erinnert wird, dass sich der Blick über den Tellerrand lohnt.