Rückenwind: Windkraft für Frachtschiffe

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Emissionen von Frachtschiffen gehören zu einer der größten CO2-Quellen hinter Autoverkehr, Haushalt, Landwirtschaft und Industrie. Ein Großteil aller großen Schiffe fährt nach wie vor mit Schweröl. Die Lösung ist also nicht neu: Windkraft. Im Projekt S@IL wurden deshalb Szenarien für wettbewerbsfähige Schiffsantriebe mit Segelunterstützung entwickelt.

Auf unseren Ozeanen ist viel in Bewegung. Zehntausende von Frachtschiffen transportieren alle nur erdenklichen Dinge an fast jeden Ort dieser Welt. Doch auch wenn uns das Ananas aus Asien oder Bananen aus Panama beschert, ist damit noch etwas anderes verbunden: Massiver CO2-Ausstoß. Denn die Motoren der Frachtschiffe verbrennen tonnenweise Schweröl. Hier setzt das Projekt S@IL an. Es wurde analysiert, welches Potenzial windgetriebene Schiffe auf der Nordsee haben und wie sich der Einsatz von Segeln für die Frachtschifffahrt stärken lässt. Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht hat als Partner im Projekt mitgewirkt und  sich gemeinsam mit dem weiteren deutschen Projektpartner der Jade-Hochschule besonders mit den technischen Aspekten der Segelnutzung beschäftigt und die Windverhältnisse auf der Nordsee analysiert – eine Grundlage um darauf aufbauend Szenarien und auch Business-Konzepte zu entwickeln, wie hybride Antriebe (eine Kombination aus Motor und Segel) für Frachtschiffe eingesetzt werden können.

Politische Anreizsysteme notwendig

„Leider ist das Interesse auf Seiten der Schiffseigentümer begrenzt“, so Dr. Volker Matthias vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht. „Dies liegt u.a. daran, dass der Charterer für den Treibstoff zahlt, nicht der Eigentümer. Entsprechend gering ist der wirtschaftliche Druck auf den Eigentümer, an der Antriebstechnologie etwas zu ändern“. Umso wichtiger ist es, hier auch politische Anreizsysteme zu setzen. Deshalb wurden im Projekt auch Maßnahmen umgesetzt, um auch das Bewusstsein der Politik für das Potenzial alternativer windgetriebener Antriebssysteme zu stärken.

Erfolgsfaktor: Heterogene Partnerstruktur – aber sich trotzdem noch etwas zu sagen haben

Auf die Frage darauf, warum das Thema im transnationalen Verbund bearbeitet wurde, antwortet Volker Matthias: „Natürlich ist die Schifffahrt selbst ein transnationaler Sektor – entsprechend lag es nahe, sich hier mit Partnern aus dem Ausland zusammen zu tun. Für uns als Helmholtz-Zentrum war der Austausch mit den Partnern sehr fruchtbar – auch weil unterschiedliche Arten von Institutionen beteiligt waren. So betrachteten wir das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln – und hatten uns aber gleichzeitig auch etwas zu sagen“.