Mit dem „Opamator“ für Notfälle gerüstet – digitale Inklusion für Ältere

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Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) spielen eine immer größere Rolle im Alltag – vom Online-Banking, über die zwischenmenschliche Kommunikation bis zum Gesundheitsbereich. Ältere Menschen tun sich damit erwiesenermaßen schwerer als Jüngere. Das Projekt iAge hat daran gearbeitet, IKT-gestützte Produkte und Dienstleistungen für Ältere und deren Nutzung zu verbessern und die aktive Beteiligung älterer Menschen am Arbeitsleben zu erhöhen. Konkrete Ergebnisse waren unter anderem eine Notfall-App für Ältere, ein Social-Media-Seminar und eine Online-Matching-Plattform für arbeitswillige Ruheständler und Unternehmen zur Fachkräftegewinnung.

Ältere Menschen sind gesünder, mobiler und besser qualifiziert als jemals zuvor. Viele haben den Wunsch, auch im fortgeschrittenen Alter noch Sinnvolles für die Gesellschaft zu leisten und in das gesellschaftliche Leben eingebunden zu sein. Dafür wird in der heutigen Zeit die digitale Kompetenz immer wichtiger, also die Fähigkeit zum Umgang mit dem Computer und computer-gestützten Produkten und Dienstleistungen. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, älteren Menschen mit Hilfe digitaler Lösungen lange ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

 

Im norwegischen Pilotprojekt „Grandma on the Web“ wurden als Teil von iAge die IT-Nutzungsgewohnheiten und Nutzungsmotivationen älterer Menschen untersucht und daraus ihre Anforderungen an IT-Technologien abgeleitet. Auf dieser Grundlage wurden Computer-Kurse für Ältere entwickelt, umgesetzt und evaluiert.

 

In Schleswig-Holstein lag der Fokus auf dem Arbeitsmarkt. Ein studentisches Start-Up entwickelte für das Projekt eine Software, die bei der Existenzgründung hilft, indem sie z.B. einzelne Schritte bei der Entwicklung eines Business-Plans visualisiert. Sie kam in einer Kooperation mit der Arbeitsagentur zum Einsatz, bei der es darum ging, ältere Langzeitarbeitslose beim Schritt in die Selbständigkeit zu unterstützen. Die Teilnehmer bewerteten die Software als hilfreich – über das Projekt iAge wurde sie auch in den anderen teilnehmenden Projektregionen bekanntgemacht und auf Englisch angeboten. Außerdem unterstützte iAge die Entwicklung der Matching-Plattform www.sentiso.de, die Fachkräfte im Ruhestand und Unternehmen mit entsprechendem Bedarf zusammenbringt.

 Unter Federführung des schottischen Projektpartners stellten die iAge-Partner Kriterien für Smartphone-Oberflächen für Ältere zusammen und entwickelten die App „Opamator“. Sie ist speziell für Ältere gedacht, die die Benutzung eines Smartphones nicht optimal beherrschen und sehr einfach gehalten. Im Notfall können damit Notrufe gestartet und Notfall-SMS gesendet werden und der Opamator sendet eine Mail mit Geolokation und Notfalltext. Außerdem gibt es eine Medikamenten-Erinnerungs-Funktion.